Großzügig gesponsert von den jeweiligen Firmen machten sich 6 Österreicher auf um in Leon wohl mehr als ein Dutzend Medaillen abzuräumen. Einer scheiterte bereits in Österreich (Schneechaos), 3 weitere benötigten ca. 50 Stunden (auch Schneechaos) um in Mexiko anzukommen nur um danach gleich mal ausgeraubt zu werden. Nicht die Räuber waren die Intelligenten, sondern die Ausgeraubten die Dummen. Wertsachen im Auto lassen und das in Mexiko – gute Nacht.
Nun zu den Spielen, wobei ich hier natürlich nur von der Leichtathletik sprechen kann und nicht von den anderen 24 Sportarten. Gesamt, also an allen 25 Sportarten, nahmen 50 Nationen, 160 Firmen und ca. 1500 Teilnehmer teil. Die Leichtathletik war ziemlich unterbesetzt, es fehlten einfach die leichtathletikbegeisterten Nationen wie Deutschland, Norwegen, Spanien, Italien usw. Selbst aus den USA, entfernungsmäßig ein Katzensprung, waren wenige am Start. Stark vertreten waren die Franzosen, Iraner und Chinesen und natürlich die Mexikaner, die man wohl zwangsweise verpflichtet hat. Warum so wenige Teilnehmer? Mexiko ist weit weg, Leon ist eine unattraktive Industriestadt und Mexiko hat sicherheitstechnisch keinen guten Ruf. Dafür nennt sich Leon die Sporthauptstadt Amerikas. Eindeutig Selbstlob. Die Sportstätten sind top, die Organisation eher ein Flop.
Die Eröffnung: Einmarsch der Nationen und Firmen im Domo de la Feria. Danach farbenfrohe mexikanische Tänze und gar nicht so lange Reden der „Granden“ von Leon und von einigen Betriebssportpräsidenten.
Und nun zu den Bewerben. Maria war, wie fast erwartet, in ihrer Altersklasse fast ohne Konkurrenz. Nur im 800 m Lauf vergaß sie auf den Schlussspurt und wurde auf den letzten 100 m noch überlaufen. Auf den 1500 m und 5000 m sahen sie die Konkurrentinnen nur von weit hinten. Also 2x Gold und 1x Silber und noch dazu gewann sie den abschließenden 10 km Lauf.
Nun zum Hochsprung: Schon beim Einspringen war klar. Die meisten hatten keine Ahnung vom Hochsprung bis auf einen Franzosen und so sprangen wir beide gemeinsam ohne Fehlversuch bis 1,50 m. Damit war für den Franzosen Endstation und ich schaffte die 1,55 m noch im dritten Versuch. Lustig war der Speerwurf. Hier hatte keiner der Kampfrichter oder Möchtegernkampfrichter eine Ahnung. Mein Siegeswurf war von 6 Würfen der Kürzeste, damit übertraf ich den bereits erwähnten Franzosen um 30 cm und gewann wieder Gold. Warum der Kürzeste: Nun alle anderen 5 Würfe wurden ungültig gegeben, obwohl sie gültig waren. Die von den Mexikanern erfundene Regel lautete: Der Speer muss stecken. Muss er eben nicht, er muss nur mit der Spitze zuerst aufkommen.
Im Weitsprung ließ ich den Franzosen den Vortritt. Auch er sollte eine Goldmedaille mit nach Hause nehmen. Obwohl ich eine für mich hervorragende Weite erzielte, war ich doch ziemlich chancenlos. Also wie Maria 2x Gold und 1x Silber.
Chaos pur war die Siegerehrung. Versuchte man am ersten Tag noch irgendwie eine Siegerehrung zu veranstalten, so ließ man es am 2. Tag gleich ganz bleiben und jeder holte sich einfach seine Medaille ab. Eigentlich schade.
Dass nicht alles wie am Schnürchen klappte, war auch dem Regen am 1. Tag zuzuschreiben. In Leon hat es vorher ein ganzes Jahr nicht geregnet. Daher waren die Veranstalter einfach überfordert und Verspätungen waren an der Tagesordnung. Auch Informationen wurden meist sehr spät ins Internet gestellt und dort oft nur schwierig zu finden. Dafür war das im Preis inkludierte Abendessen ein Genuss. Kochen können sie die Mexikaner, Leichtathletikveranstaltungen durchführen müssen sie noch üben.
HKI
