Am letzten September Wochenende 2022 gingen in Klagenfurt die österreichischen Staatsmeisterschaften der Masters in der Leichtathletik in Szene. Diesmal nahmen lediglich zwei Athleten der ASV Salzburg LA teil, was aber ausreichte, um ebenso viele Medaillen zu erringen.
Als erster war am Samstag Edgar Vogelsang in der Klasse M55 an der Reihe. Sein Antreten war bis zuletzt fraglich, da ihn eine hartnäckige Knieentzündung plagte, die auch wenig Training im Sprinttempo zuließ. Die 100 Meter waren dann aber doch passabel. Allerdings waren seine 14,06 sec. um nur zwei Hundertstelsekunden zu langsam für Bronze.
Die 400 Meter absolvierte er anschließend in 63,41 sec., was ihm Silber bescherte. Damit gab es für ihn nach 10 Jahren Pause wieder Edelmetall bei den Freiluft Masters ÖM.
Während Edgar bereits im Jahr 2001 bei den Masters ÖM debütierte, gab es am Samstagabend die erfolgreiche Premiere von Michael Seyss-Inquart. In der Klasse M35 – sozusagen bei den Masters-Junioren – erlief er Silber über 5000 Meter in der Zeit von 16:53,53 min.
Am Sonntag war Edgar auf den 200 Metern dran. Auf Medaillenkurs gelegen verletzte er sich aber am Oberschenkel und musste aufgeben. Der Trainingsrückstand machte sich also auf diese Weise bemerkbar. Dadurch war auch der durchaus aussichtsreiche Start über 800 Meter hinfällig.
P.S.: Aufmerksame Leser der ASV News erinnern sich an Edgars nach den Europäischen Betriebssportspielen vom 26.-30.06.2019 erfolgte Erklärung seines endgültigen und unwiderruflichen Rücktritts von den Mittel- und Kurzstrecken. Dass er seit damals etwa zehn Mal über diese Distanzen an den Start ging, darf jedoch nicht als Inkonsequenz oder Sinneswandel gewertet werden. Edgar weiß nämlich: Wenn über lange Zeiten praktizierte schädliche Gewohnheiten abrupt beendet werden, führt dies nicht selten zu Rückfällen in das alte Verhaltensmuster, woran auch die Psyche großen Schaden nehmen kann. Genauso wie bei der Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht muss auch die Entwöhnung von der Mittel- und Kurzstreckenlauf-Sucht schleichend und mit Bedacht erfolgen. Das kann mitunter Jahre, in hartnäckigen Fällen sogar Jahrzehnte dauern. Edgars Entschluss zum Rücktritt ist also felsenfest. Ein Mann, ein Wort! Wer ihn in Zukunft auf der Laufbahn sprinten sieht, betrachtet also einen vollkommen ambitionslosen Hobbysportler, der Psychohygiene betreibt.
E.V.
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