Den Anfang machte der Frauenlauf am Freitag. Das Wetter passte und die Sonne strahlte vom Himmel, so dass es auch zur abendlichen Startzeit noch warm war. Ich stand neben Ann – Kathrin Gruber am Start und hoffte, mit ihr mitgehen zu können. Conni Moser – Stöckl war ohnehin außer Reichweite.
Conni setzte sich – wie erwartet – gleich nach dem Start an die Spitze. Ann – Kathrin versuchte das schnelle Tempo mitzugehen. Ich reihte mich auf Platz 3 ein. Bei ca. 600m fiel Ann – Kathrin zurück und ich kam immer näher. Kurz vor km 1 überholte ich sie. Dann ein Schreckmoment. Conni humpelte sichtlich, versuchte dann noch ein paar Schritte, ob es geht, musste aber schlussendlich w.o. geben.
Plötzlich befand ich mich in Führung. Der Radfahrer drehte sich 2mal um und fragte nach unseren Namen. Die logische Siegerin war aus dem Rennen. Ich brauchte ein bisschen, um mich zu fangen. Nachdem ich selbst schon einige Verletzungen mitgemacht hatte, litt ich mit Conni, dennoch musste ich schauen gut weiterzumachen. Das war jetzt mein Rennen. Ich lag in Führung. Ich versuchte mein Tempo konstant weiterzulaufen und merkte schon beim Kaufmann Steg, dass ich eine kleine Lücke auflaufen konnte. Ich wollte mich nicht umdrehen, um nicht möglicherweise Schwäche zu signalisieren. Ich hatte daher keine Ahnung wie weit weg ich tatsächlich war und Ann – Kathrin ist trotz ihres Alters sicher nicht zu unterschätzen. Als erfahrene Bahnläuferin hätte sie sicher den besseren Antritt gehabt, falls es auf einen Zielsprint gekommen wäre.
Kurz vor der Nonntaler Brücke fragte ich den Führungsradfahrer wie weit ich vorn bin. Die Antwort war nicht befriedigend. Sowas in der Art wie: „Schon ein bisschen, aber zieh durch.“ Ich konnte also nicht vom Tempo gehen, aber wenn ich so weiterlief, sparte ich mir hoffentlich den Zielsprint. Das war zu diesem Zeitpunkt der Plan. Es war ja nicht mehr weit. Auf der Zielgeraden drehte ich mich dann doch einmal um. Hinter mir weit und breit niemand. Ich würde gewinnen. Genial. Und sofort drehten sich – trotz aller Freude – meine Gedanken um Conni. Sie hätte ich nie geschlagen. Ich war etwas zerrissen. Einerseits die Freude über eine für mich megatolle Zeit und den Sieg, andererseits die Sorge um die Konkurrentin. Hoffentlich nichts Schlimmes. Sie war nirgends zu sehen, keiner wusste etwas und ich wurde zu Fotos und Siegerinterviews gebeten.
Natürlich freue ich mich extrem, dass ich gewonnen habe, dennoch wäre mir lieber gewesen, wenn Conni gesund wäre oder zumindest nur ein kleines muskuläres Problem gehabt hätte. Sie danach mit Krücken zu sehen, weil sie nicht auftreten konnte, war furchtbar.
Liebe Conni, ich hoffe du bist ganz bald wieder fit! Du fehlst dem salzburger/österreichischen Laufsport schon so lange und meiner persönlichen Leistung tut es keinen Abbruch ob du vor mir bist oder nicht! Gefühlt bin ich wo gelandet, wo ich nicht hingehöre. Dennoch habe ich es genossen. Es war eine einzigartige Chance, einen großen Lauf zu gewinnen!
Am Samstag war dann der Nachwuchs an der Reihe. Den Anfang machten die Kids der U8 und U10, die eine Runde über 900m absolvieren mussten. Anton Seyss – Inquart wurde dabei in der U8 12. Felicia Wagenleitner lief als 4.Mädchen ein und war schon enttäuscht, dass es zu keinem Podiumsplatz gereicht hat. In der Ergebnisliste sahen wir allerdings, dass ein U8 Mädchen ein Megarennen gelaufen ist und vor ihr platziert war. So reichte es für Rang 3.
Sofia Wagenleitner startete in der U12. Diese Altersklasse musste gemeinsam mit der U14 1800m (also 2 Runden) zurücklegen. Sie schlug sich super und kam (die U14 mitgerechnet) als 3. Mädchen ins Ziel. Somit gewann sie die U12 Wertung und ließ sogar den männlichen U12 Sieger knapp hinter sich.
Am Sonntag fand dann der Halbmarathon statt. Hier versuchte Michael Seyss – Inquart trotz leichter Erkältung, seine Leistung umzusetzen. Leider wehte flussaufwärts ein kräftiger Gegenwind, so dass eine persönliche Bestzeit für ihn nicht möglich war. Er konnte als 5. finishen. Eine Topleistung und wenn man die beiden Olympiastarter (Peter Herzog und Lukas Hollaus) vor ihm wegnimmt wäre er am Podest der nicht Profiathleten gewesen.
Karl Mayr war auch im Halbmarathon Einsatz. Er belegte in einer für ihn genialen Zeit den 36. Rang.
TW Ergebnisse

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