Ein fünfköpfiges Team des ASV nahm heuer an den österreichischen Meisterschaften für ältere Semester teil. Master ist man zwar schon mit 35 und die Tatsache, dass da meine Kinder dabei sein könnten, wären sie Leichtathleten, erschreckt einen zwar, aber trotzdem gefällt mir persönlich das Format von “Jung&Alt“ im gemeinsamen Wettstreit, man kommt sich so nicht vor wie in einer Freiluft Seniorenresidenz. Und – welche Leistungen 70 -100 jährige erbringen können, da kann man nur den Hut ziehen, auch nährt es die Hoffnung, dass man in zehn, zwanzig Jahren vielleicht mit etwas Glück auch noch so gut drauf sein könnte. Man muss ja nicht unbedingt 100 werden wie die steirische Kugelstoßerin – unwahrscheinlich wie fit die war – sie stieß die Kugel über 3 Meter weit, absolut keine Gefahr dass sie ihr auf die Zehen fallen könnte. Nur ihre Trainerin klagte über ihren heurigen Trainingszustand, nicht wegen Corona, sondern weil sie ständig Geburtstag feierte, aber wer sollte ihr das verübeln.
Zum sportlichen, unser Team mit Maria Morales, Hermann Kiendler, Didi Zainitzer, Mario Klinkov und Rudi Kranawitter überbot heuer sicher alle eigenen Erwartungen, nur Insider erwarteten uns so stark, und dass von 14 Rennen bzw. Bewerben nur drei verloren wurden – drei Niederlagen allerdings im silbernen Bereich – lässt mich behaupten, das hat es noch nie gegeben und wird es vielleicht erst wieder geben, wenn’s Richtung 100 geht.
Leider musste Mario sein Debut als Geher nach einem Kilometer abbrechen. Nach einer gelben Karte – nur weil er das strenge Auge einer Kampfrichterin wegen seiner etwas unorthodoxen Gangart beleidigte – spürte er doch etwas Schmerzen im Fahrgestell – und Rot wollte er einfach nicht riskieren. Seinen unnachahmlichen Stil, an dem ihn am Salzachufer jeder schon von weitem erkennt konnte er leider hier nicht anwenden, er hätte das Feld sonst sicher von hinten aufgerollt und vernichtet. Er nahm es aber sportlich und war begeistert vom Stil einer Andrea Zirknitzer, die es auch erlernt hat und jetzt sicher schöner geht als läuft.
Sehr klug vom Obmann war es Maria zu überreden 800m einmal zu probieren, promt holte sie auf dieser Strecke Gold, Silber über die zwölfeinhalb Stadionrunden, verloren aber erst auf den letzten dreihundert Metern. Maria wird jetzt öfters im Sprintraining auf der Bahn zu bewundern sein, möglicherweise übernimmt diese Aufgabe der Obmann, ist sie ja eh schon fast so schnell wie er (siehe 1500m Zeiten).
Gold über 1500m war nur mehr Formsache, das war allen im Stadion klar.
Ein sehr verunsicherter Hermann wegen Verletzungen und Überlastungen im Vorfeld kämpfte sehr schlau und überaus taktisch in seinen Bewerben, mit minimalen Versuchen und Auslassungen zermürbte er alle Gegner, vielleicht auch durch seinen neuen bärtigen Style, der einen Hauch von Testosteronüberschuss vermittelt. Mit drei Goldmedaillen im Hochsprung, Stabhochsprung und im Speerwurf behielt er als einziger von uns eine blütenreine weiße Weste.
Eine Woche vor den Bewerben kündigte Didi seine Wettkampfbereitschaft per mail beim Obmann an – ein schon fast verlorener Sohn meldete sich beim ASV zurück – und wie, mit Gold beim Hammerwerfen, da waren die anderen noch gar nicht auf der Anlage, Gold beim Kugelstoß, Silber im Diskusbewerb und wieder Gold beim abschließenden Speerwurf schaffte er auch fast das Optimum. Wenn man seinen von der Arbeit als Installateur gestählten Körper sieht, überraschen solche Leistungen allerdings nicht, kaum auszudenken wenn er statt Triathlon auch noch mehr Techniktraining machen würde.
Rudi wollte die Gunst der Stunde einer neuen Altersklasse (M65) und eines noch zu jungen Alois Egger (Jg 56) nützen und trat an möglichst viele Titel zu holen. Über 800m konnte er den gefährlichsten Gegner auf den letzten 300m klar distanzieren und 5000m waren sowieso eine klare Sache, wobei die Zeit aufgrund des 800ers etwas mäßig ausfiel.
Die 400m am zweiten Tag waren für den Langstreckler doch etwas zu kurz bzw. die letzten 100m zu lang aber auch Silber glänzt wie Gold und subjektiv gefällt sie mir besser.
Das Gefühl beim abschließenden 1500m Lauf ist nach drei schnellen Laufbewerben so ähnlich wie für einen Zehnkämpfer, eineinhalb Stunden Pause sind einfach zu kurz für eine gute Zeit, aber ein lockeres Gefühl im Rennen war durchaus vorhanden und die Muskeln hielten, Gott sei Dank. Drei mal Gold und einmal Silber, gleiche Bilanz wie Didi, auf diesen Erfolg stießen dann beide mit „Wieselburger Gold“ an.
Eine tolle Veranstaltung, super Stimmung ein humorvoller geduldiger Stadionsprecher, eine perfekt organisierte Siegerehrung durch Heinz Eidenberger ließen Corona nicht die Oberhand gewinnen, danke an den Veranstalter Union St. Pölten und seinem Team!!!
@krru
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