Nachdem ich 2018 die Österreichischen Meisterschaften im Hochsprung doch etwas unterfordert mit 15 cm Vorsprung gewann, mussten neue Ziele her. Die Hallen WM in Torun kam da gerade recht. Billiges Land, billige Anreise. Dort war nix mehr mit Unterforderung, sondern mit Überforderung. Schon beim Einspringen lag die Latte auf 1,60 m und da hüpften die meisten wie Australische Riesenkänguruhs drüber. Zum Glück sind Einspringen und Wettkampf zwei verschiedene Paar Schuhe. 

Mein Ziel war klar definiert – ein Platz unter den ersten 10 musste her. Bei 1,55 m begann das Nervenflattern. 2x gerissen. Ich konnte doch unmöglich mit 1,50 m in die Wertung. Das wäre superpeinlich. Zum Glück hielten die Nerven und ich floppte ungefährdet über 1,55m und nahm dann die 1,60 m im ersten Versuch. Damit war ein Platz in den Top Ten abgesichert. Die 1,65 m waren dann doch eine Nummer zu hoch, hätten mich platzmäßig aber auch nicht viel weiter nach vorne gebracht. Letztendlich wurde es der 9. Rang, damit landete ich noch in der vorderen Hälfte des Feldes.

Um nicht nur wegen 10 Wettkampfsprüngen die weite Anreise auf mich zu nehmen, war ich auch im Fünfkampf gemeldet.  Auch dort war das Ziel die Top Ten. 

60 m Hürden: Ein Sprinter war ich nie, bin ich nicht und werde ich nie sein. Kurz gesagt, ich lief und hüpfte dem Feld hinterher. 18. Platz unter 28 Teilnehmern.

Weitsprung: Vorfreude auf diesen Bewerb, Halle fast voll, Stimmung großartig. Leider wurde unsere Gruppe ausquartiert in den Aufwärmbereich – ohne Publikum. Dann die Sprünge. Alle drei völlig verhaut – 4,31 m. Die ultimative Katastrophe. Da hätte ich nicht 30 m anlaufen brauchen. 20. Rang. Mein Top Ten Platz rückte in weite Ferne.

Kugelstoßen: Ein leichtes Durchatmen. Ich stoße über 9 m und damit meine beste Leistung in einem Wettkampf. 17. Rang. Nach 3 Bewerben liege ich auf dem 18. Platz – 300 Punkte hinter dem Zehntplatzierten. 

Hochsprung: Ich springe zwar nur 1,57 m, reiße die 1,60 m denkbar knapp, kämpfe mich damit aber 3 Plätze nach vor und bin schon 14ter. 

1000 m Lauf: Das Highlight! 15 Läufer im zweiten Lauf. Extremes Gedränge am Start. Ich weiche fast auf die 5. Bahn aus. Der Grund ist einfach, ich bin wiedermal barfuß unterwegs. Laufschuhe habe ich gar nicht mitgenommen! Doch schon nach 120 m setze ich mich an die Spitze. Die 400 m Marke passiere ich in 1:22, die 800 m Marke in 2:50. Inzwischen haben mich 3 Läufer überholt, doch die letzten 200 m spulte ich in schnellen 35 sek. herunter und lief in 3:25 als Dritter durchs Ziel. Damit verpasste ich die Top Ten nur um einen Platz und werde 11. 

Bild unten: Barfuß an der Spitze, dahinter der Franzose Saichi, Silbermedaillengewinner und der Amerikaner Blackwood, der die Goldmedaille holte.

HK

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