
„ASV Salzburg Athleten dominieren Leichtathletik Weltmeisterschaft!“ So könnte man das Auftreten von Markus Haller (für SALK), Edgar Vogelsang (für Stadt Salzburg)und Dietmar Zainitzer (für Installationen Harald Berger) Anfang Juni dieses Jahres auf Mallorca in einem Satz treffend umreißen. Ginge man in die Tiefe, käme man aber wohl nicht darum herum zu ergänzen, dass die Teilnehmer nicht von den nationalen LA Verbänden entsandt wurde, sondern von ihren Dienstgebern, dass in Altersklassen gewertet wurde und dass die Welt lediglich aus einigen europäischen Staaten sowie Israel und Pakistan bestand. Doch wer bringt schon solche Detailverliebtheit auf? Also belassen wir es dabei, dass die ASV Salzburg LA der WM ihren Stempel aufdrückte und somit das ohnehin schon hohe Prestige des Traditionsvereins in neue Sphären gehoben wurde.

Mit der Leistung der vor Ort tätigen LA Funktionäre konnte man durchaus zufrieden sein. Allerdings gab es in der Organisation der Spiele in mehreren Sportarten eine Reihe von Unzulänglichkeiten, was auch von diversen offiziellen Stellen – wie dem österreichischen Betriebssportverband – so festgestellt wurde. Dazu zählt auch, dass der LA Zeitplan erst zwei Tage vor Beginn des zweitägigen Wettkampfes veröffentlicht wurde. Diesem konnte man völlig überraschend entnehmen, dass für die 100, 200 und 400 Meter Bewerbe Vor- und Endläufe angesetzt waren. Außerdem war zwischen einzelnen Laufdisziplinen oft nur denkbar wenig Zeit für Regeneration (z.B. Finali über 200 und 400 Meter binnen 50 Minuten). Für Edgar eine Nachricht mit erheblichem Schockpotenzial, da er ja alle Distanzen von 100 bis 800 Metern eingeplant hatte. Die Frage der richtigen Kräfteeinteilung erübrigte sich aber schon nach wenigen Schritten seines ersten Laufs, dem 400 Meter Vorlauf (64,66 sec.), als er sich eine Adduktorenzerrung zuzog, worauf er auf ein Antreten über 100 und 200 Meter verzichtete.

Da Markus und Dietmar in verschiedenen Altersklassen starteten, konnten sie sich nicht gegenseitig in die Quere kommen. Markus errang in der AK 31 bis 40 Jahre zweimal Edelmetall: Bronze im Hochsprung (1,45 m) und Silber im Kugelstoßen (11,27 m). Dietmar durfte in der AK 41 bis 50 gleich vier Medaillen in Empfang nehmen: Silber im Hochsprung (1,53 m), Bronze im 100 Meter Lauf (13,88 sec. im Endlauf), Gold im Kugelstoß (11,72 m) und Silber im Weitsprung (5,00 m).
Die erwähnten organisatorischen Mängel führten auch dazu, dass Edgar das in der LA Geschichte wohl noch nie oder zumindest äußerst selten vorgekommene Kunststück schaffte, beim selben Event in zwei verschiedenen Altersklassen auf dem Podest zu stehen. Am ersten Tag startete der am 30.8.1965 geborene in der Klasse 51 bis 60 Jahre und errang in der Zeit von 2:21,67min. Bronze über 800 Meter. Am zweiten Wettkampftag war dann plötzlich nicht mehr das Geburtsjahr für die Klasseneinteilung maßgebend, sondern der genaue Geburtstag und der rüstige 50er musste sich mit den 41 bis 50-jährigen messen und lief auch dort in 61,35 sec. über 400 Meter zu Bronze (anstatt mit dieser Leistung in der höheren Altersklasse mit Gold belohnt zu werden).

Die Vereinsführung wird Zeit und Ort des triumphalen Empfangs der Helden von Mallorca zeitgerecht bekanntgeben. Um anlassentsprechende festliche Garderobe wird gebeten.

Erwähnenswert ist noch, dass es neben der LA Anlage („Pista Atletismo Calvia, Magaluf“) zwei Bahnen gibt, die in verschiedenen Neigungen ca. 150 m bergauf führen und den Belag der Stadionbahn aufweisen (in diesem Fall: Mondo), siehe Bilder. Ein Umstand, der bei ASV Läufern, die für ein ordentliches Hügeltraining erst den Weg zum Plainberg zurücklegen müssen (wie dem Verfasser dieser Zeilen), Neid und Begehrlichkeiten weckt.
E.V.
