Bereits zum 14. mal fand heuer der (somit schon traditionelle) Berglauf von Spital/Pyhrn auf die Wurzeralm statt. 8,5km und 790hm, im konstanten Anstieg auf der zweiten Hälfte der Strecke, warten dabei auf bissige Bergläufer.
Jetzt ist es aber so, dass es neben den verrückten Bergläufern auch solche Typen gibt, die ihre Ausdauer mit Kraft auf einer ständig auf und ab wechselnden, über Forststraßen aber vor allem über Wanderwege führenden, eher längeren Strecke ausspielen wollen. Da wo der Bergläufer mit Laktat aufgepumpten Beinen hinter der Ziellinie im Gras niederbricht, beginnt für den Trailläufer erst der "Spaß".
So gesehen, war die Entscheidung, beim erstmalig veranstalteten Trailrun über 35km und 2.700hm zu starten eine sehr eindeutige. Das Streckenprofil weist 5 markante Erhebungen auf, dazwischen noch einige kleinere Schupfer und praktisch keine ebenen Passagen. Steilen Bergaufpassagen folgen fordernde rassige downhills, wo man’s bei entsprechendem Mut und Geschick auch mal laufen lassen kann, um dies bei der nächsten Bergaufstrecke zu bereuen, weil die Beine sich wie Matsch anfühlen… – Das sind schon ein paar der Charakteristika eines Traillaufs im Mittel- bis Hochgebirge. Dazu kommen noch die Witterung, welche sich an diesem Wochenende eher von ihrer perfekten Seite zeigte: angenehm bis kühl, nur im höchsten Bereich ahnte man, was passieren kann wenn aus dem lauen Lüfterl ein forscher Wind wird und vielleicht noch Regen oder Schnee dazukommt. Auch so waren alle froh sich rasch wieder im Abstieg und im Wald zu befinden. Eigenverpflegung ist auch etwas, das reinen Straßenläufern oder Bergläufern eher fremd ist. Gibt’s doch genug Labestellen oder aufgrund kurzer Distanzen kein Bedarf für zwischendurch Drinks/Snacks. Bei einer Laufzeit von knapp unter 5 Stunden kann einem die Zeit zwischen den drei (3!) Labestellen schon ewig vorkommen. Aber das sind die Rahmenbedingungen, die für alle gleich sind.
Also ging’s um 7:30 mit Trinkrucksack, Gels und Pflichtausrüstung auf die Strecke. 50 Mutige wagten das Abenteuer. 6 Davon (inkl. mir selbst) meinten sie müssen gleich das Tempo hoch halten. Einer dieser Verrückten, mit Asphalt-Bock eher als Neuling Erkennbaren, büßte dies nach wenigen km mit einem Radikal-Einbruch. Wir anderen zogen weiter. Der spätere Sieger Andreas Tockner vom Salomon Running Team lief hier schon mit Respekt-Abstand vorne weg. Er gewann den Lauf schließlich 28 min Vorsprung auf den Zweiten!
Nach den ersten Anstiegen und der ersten langen Bergab-Passagen fanden wir uns bei der Talstation der Wurzeralmbahn wieder. Hier lag ich mit kleinem Rückstand hinter dem Zweiten bzw. nur geringem Abstand vor dem Vierten auf aussichtsreicher Position. Diese konnte ich bei den weiteren Anstiegen, großteils über Forststraßen, bis km26 auch halten. Dann kam jedoch auch für mich ein körperlicher Einbruch. Der sehr steile Anstieg zur Roten Wand ließ mich wanken und nach den Zucker-Gels greifen. Ich musste immer wieder kurz stehen bleiben um den Beinen eine Chance zum Erholen zu geben. Hierbei zeigte sich die starke Konkurrenz aus jungen Wilden, die hier an mir locker vorbeizogen. Einmal auf dem letzten hohen Sattel angekommen, versuchte ich wieder das Tempo hoch zu halten, was aufgrund der rutschigen Wanderwege eine echte challenge war. "Gemein" dann natürlich auch noch der allerletzte Schupfer mit knapp 200hm. Aber auch der längste trail hat einmal ein Ende und so konnte ich nach 4:45h als gesamt 7. und Sieger in der Masters-Klasse auf der Wurzeralm, inmitten des Almfestes glücklich aber einigermaßen zerstört einlaufen.
In Summe ist dieser neue Traillauf eine großartige, wenn auch noch recht familiäre Veranstaltung, mit Potential zu einem größeren Starterfeld. Wenn sich die wirklich einmalig schöne Strecke einmal in der Szene herumgesprochen hat, steht einem neuen Traditionslauf wohl nichts mehr im Wege.
Ergebnisse unter: http:<wbr></wbr>//my3.<wbr></wbr>raceresult.<wbr></wbr>com/35526/?lang=<wbr></wbr>de<wbr></wbr> cm
