Es war einmal ein Bär, der lebte im Salzburger Tiergarten – freiwillig, wie
er sich selbst einredete. Sein liebstes Hobby neben Fressen und Chillen war,
zweibeinigen Menschenwesen zu beobachten, die täglich in Massen in ihrem
Gehege (er war überzeugt, die Menschen seien die Eingesperrten) an ihm
vorüber zogen. Manche – meistens die ganz kleinen Menschlein – blieben eine
Weile am Gitter stehen – wahrscheinlich wollten sie ausbrechen – zu ihm – in
die Freiheit. Die Armen, dachte der Bär – immer hinter Gittern zu leben –
welch schweres Los haben doch die Menschenwesen! Die meisten zogen langsam
und bedächtig an ihm vorbei und sahen ihn gar nicht. Das wirkte sehr
einschläfernd auf den Bären. Doch einmal im Jahr kam durch etwas ganz
Besonderes eine willkommene Abwechslung in den Bärenalltag: Eine plötzlich
losbrechende Stampede durch das gesamte Menschenwesen-Gehege! Der Bär wusste nicht, weshalb. Er dachte an eine Ausbruchs-Revolte oder dass die
eingesperrten Wesen aufgrund des Lagerkollers völlig durchdrehen würden. Wie
auch immer – jedenfalls war es für Meister Petz auch heuer eine gewaltig
tierische Show, über die er für seine Pfoten- und Hufkollegen abseits des
Geschehens wie folgt berichtete:
„Letzen Samstagnachmittag war es wieder soweit! Ich begab mich ganz nahe an
den Zaun des Menschenwesengeheges und beobachtete – auf meinem
Lieblingsplatz hockend – gespannt und interessiert die hastig vorüber
hüfelnden Zweibeiner. Zuerst kamen die ganz Kleinen. Da blieb plötzlich eine
winzige Zweibeinige gegenüber bei den Enten stehen und zeigte diese ihrem
Mutterwesen– wahrscheinlich hatte die Kleine Appetit auf Entenbraten. Kein
Wunder bei so einer sinnlosen und anstrengenden Stampede! Die Kleine wurde
übrigens Felicia gerufen und sogar vom menschlichen Fernsehteam gefilmt.
Später galoppierte eine größere Kleine mit Ihrem Vaterwesen vorüber. Er
wurde „Walter“ genannt und rief aufgeregt: „Beiß eini, Manuela!“ Es war aber
keine Beute für die Kleine da zum Hineinbeißen! Der bebrillte Vater sah mich
übrigens sehr erstaunt an, als hätte er noch nie einen zuschauenden Bären
gesehen und begann dann fürchterlich zu wiehern und zu hyperventilieren.
Alles sehr eigenartig. Die Menschenwesen nennen das übrigens „Lachen“.
Dürfte eine Art Verhaltensstörung sein. Dann kamen die großen zweibeinigen
Hüfler! Da wirbelte der Gehege-Staub ordentlich auf! Plötzlich tauchte ein
bereits etwas ergrautes, laut schnaubendes Wesen auf! Vermutlich ein Aal
namens Fred (er wurde jedenfalls von den zuschauenden Menschen „Aalfred“
gerufen). Dieser schlängelte sich von weit hinten immer weiter nach vorne.
Wie ich später hörte, schaffte er es sogar bis auf’s Senioren-Podest, was
ihm noch nie zuvor gelang. Wahrscheinlich war er eben noch nie so alt äh
reif wie heuer. Auch andere der vorüber eilenden Menschlein muteten wie
Tiere an – es gab da zum Beispiel zwei junge, sehr attraktive, speedige,
hellkopffellige weibliche Zweibeiner (die eine davon war das Mutterwesen von
der kleinen Entenliebhaberin vorhin – die zweite wurde von einem Fanrudel
mit „Marie“ angefeuert) – und die dritte war eine seniorige bezopfte
Hüflerin mit Leopardenbeinen. Die drei wurden von animalisch aufgebrachten
Zweihüflern am Rand des Menschengeheges mit „Power Panthers“ angebrüllt. Ein
rennendes Raubtier-Rudel also! Die hinteren der Stampede-Mitläufer waren
dann schon viel langsamer unterwegs und so plötzlich, wie die Lauf-Show
begonnen hatte, war sie auch wieder zu Ende. Wieder einmal haben die
Menschen den Ausbruch aus ihrem Gehege nicht geschafft! Die Armen! Nächstes
Jahr berichte ich euch natürlich wieder pelznahe von der verrückten
Hüflerei! Bärige Grüße, euer Petz!“

P.S. Hier noch die tierischen Ergebnisse:

Therese Wagenleitner 25:20
Alfred Weiss 26:21(M50+ 2. Platz)
Marie Stelzhammer 27:24
Renate Emminger 29:15 (W50+ 1. Platz)
Alle Ergebnisse: http:<wbr></wbr>//www.<wbr></wbr>trackmyrace.<wbr></wbr>com/running/event-zone/event/3<wbr></wbr>-salzburger-zoolauf/R.E.

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