Ahoi ihr Landratten.
Dies ist das Logbuch der Piratencrew ASV Salzburg. Mir wurde die Ehre zu Teil Seemannsgarn der letzten Woche zusammenzutragen und für euch niederzuschreiben.
Am Freitag, den 9.Mai 2015, versammelte sich die tapfere Crew zur Mittagsstunde am Hafen des ASV. Die beiden Schiffe wurden beladen mit allem Notwendigen, also Bier und anderem Kram, das man zur Schatzsuche brauchen könnte.
Und schon stachen wir in See. Unsere Crew zählte elf Mann bzw. Frau, darum stach nicht nur das große Schiff in See sondern auch eine Schaluppe, von der aus auch unser Kapitän Rudi seine Befehle erteilte. Das andere Schiff wurde vom Matrosen Michi gesteuert und hier war man sich nicht ganz einig wer die Position des Steuermannes überhatte. Klar war jedoch, dass unser Wachmatrose Mario für die Karte zuständig war. Nachdem das Schiff noch an einem kleineren Hafen in Ostermiething andockte, damit dort Matrose Toni an Board gehen konnte (er betreibt dort eine kleine Extrawurstbraterei), ging es nun mit voller Kraft voraus.
Nun kam es aber so, dass unser Schiff nach wenigen Stunden bereits auf ein Riff aufgelaufen war. Die anfängliche Sorge verschwand aber rasch, als man merkte, dass es sich bei dem Riff lediglich um eine Baustelle und einen Stau handelte. Man nutzte die Zeit, um noch einmal die eigene Laufkampftechnik zu verbessern. Piratenbraut Rennate verließ die Schaluppe und sprintete über die Autobahn zu unserem großen Schiff, um eine Buddel mit Bier zu holen. Endlich ging es weiter und abends bevor die Sonne unterging, also um 19:30 Uhr, versenkten wir den Anker in Schmiedefeld. Unter kräftigem Gejohle wurde die Fahne gehisst und die Kajüten bezogen. Um gestärkt für den nächsten Tag zu sein orderte Smutje Michaela uns in die Kombüse, wo wir gemeinsam das letzte Rennsteigabendmahl zubereiteten. Auf den Tisch kamen Piratenspaghetti und Piratensalat, sowie viele Buddel voller Bier. Ein kräftiges „Arrrrr“ hierfür nochmal an Piratenbraut Michaela, Korsar Christian, sowie Leichtmatrose Stephan und Biermaat Michael. Bevor es zur Geisterstunde schlug zog sich die Crew zurück in ihre Kajüten.
Am Samstag dem 10. Mai 2015 starteten unsere tapferen Ultraläufer bereits vor dem Morgengrauen in den Tag. Die Taschen waren gepackt und sie machten sich auf den Weg. Wir waren in unseren schlaftrunkenen Träumen bei ihnen und wünschten ihnen alles Gute. Für die Halbmarathonpiraten und unseren Marathonpiraten begann der Tag bei Sonnenaufgang. In der ASV Piratenkluft machte man sich auf den Weg zum Startpunkt in Oberhof wo die Schatzsuche beginnen sollte. Leichtmatrose Stephan zog alleine weiter nach Neuhaus.
Während Halbmarathonpiraten und der Marathonpirat noch auf das Startsignal warteten, waren die Ultrapiraten bereits unterwegs. Pünktlich um 7:30 fiel der Startschuss und die ersten liefen aus dem Hafen aus. Für unseren Marathonpirat ging der Kampf um 9:00 Uhr los. Der Morgen war noch sehr kühl, doch unsere Piraten ließen sich von nichts abschrecken. Nicht von den tausenden Landratten, noch von Wurzeln und Steinen. Immer weiter und weiter liefen sie über Stock und Stein und erreichten das Ziel mit guten Zeiten. Doch vor allem heil und unverletzt kamen wir alle ins Ziel. Unser Kapitän Rudi war uns wieder ein gutes Vorbild, denn er feierte seinen Geburtstag mit einem Sieg in seiner Altersklasse. Gratuliere Rudi!!
Auch unsere Piratenbräute konnten zeigen, was in ihnen steckt. Rennate wurde in ihrer Altersklasse siebte und visiert schon im nächsten Jahr einen Stockerlplatz an. Michaela wurde in ihrer Altersklasse 17te. Steuerknecht und Biermaat Michael wurde in seiner Altersklasse 9ter und wurde von unserem Kapitän ob seiner extrem guten Leistung extra geehrt mit einem piratentauglichen Luftballon, der aussah wie unser Schiff. Unser Korsar Christian konnte seine Zeit vom letzten Jahr gewaltig verbessern und vergoss Tränen der Rührung über seine 6.26 h über rund 73km. Das war der 10. Rang in seiner Altersklasse beim Ultramarathon. Leider gab es auch einen Verlust auf dem langen Ding zu beklagen: Kommunikationsmatrose Anton ‚Stocki’ musste leider schon vor dem ‚Grenzgeier’ die Segel streichen. Dieses mal passierte ihm das Missgeschick zu viel Wasser am Vortag zu bunkern. Er verzichtete gänzlich auf die nötigen Elektrolyte und Kohlehydrate in Form von Bier. Dieser verhängnisvolle Selbstversuch quälte ihn aber nicht allzu lange, war er doch im Festzelt einer der fröhlichsten der Rennsteigcrew. Leichtmatrose Stephan bestritt seinen erst zweiten Marathon und Piratenbraut Krista ihren ersten Halbmarathon und beide glänzten mit einer tollen Zeit. Jungkäptn Steffen schaffte es trotz leichter Seekrankheit den 16ten Platz in seiner Altersklasse zu erreichen. Tolle HM Darbietung auch von Edgar, war er doch so schnell, dass er danach nur mehr rückwärts die Stiegen bewältigen konnte. Nicht am Start wegen muskulärer Probleme unser Coach Mario. Er feuerte uns auf der Strecke zu einer finalen Höchstgeschwindigkeit an. Wir gratulieren allen Rennsteigläufern der Piratencew ganz herzlich mit einem kräftigen „ARRRRRR!“.
Nachdem die Crew sich wieder in ihrem Unterschlupf zusammenrottete, putzten sie sich heraus und machten sich gemeinsam auf den Weg, um dem Sirenengesang, den man schon seit Freitag hören konnte, auf den Grund zu gehen. Mutig und die Piratenflagge des ASV schwingend fand man den Ursprung dieses Gesangs heraus, konnte dieser Versuchung aber nicht widerstehen. Darum verließ die Crew erst zur Geisterstunde das Bierzelt in Schmiedefeld. Vorher aber wurde gefeiert, getrunken, getanzt und die Flagge gehisst. Sogar die Rennsteighexe konnte sich dem Charme der ASV Piratencrew nicht entziehen und wagte ein Tänzchen mit uns. Auch Jungkäptn Steffen, den zu Beginn die Seekrankheit übermannte, fühlte sich nach einem wohltuenden Hopfen- und Kräuterelixier wieder bestens. Es wurde der Schneewalzer getanzt und das Rennsteigpiratenlied angestimmt, das heuer noch ungehört von den Thüringern bleiben sollte, doch schon im nächsten Jahr in aller Munde sein wird.
Am Sonntag dem 11. Mai 2015 stach die Crew nach einem kräftigenden Frühstück im „Stutenhaus“ in See. Vom Vortag zwar noch leicht angeschlagen doch Steuerknecht Michael war voller Tatendrang, und so konnten wir nach einem letzten Blick auf den Thüringer Wald unsere Heimreise antreten. Dieses Mal ohne auf ein Riff aufzulaufen. Stunden später fiel der Anker im Hafen des ASV Salzburg und man freute sich darüber heil und ohne Verluste zurückgekehrt zu sein.
Die Reise ist nun zu Ende, doch wir sind wiedergekehrt mit einem großen Schatz an Erinnerungen, Freude und Urkunden. Der Rennsteig 2015 war ein großes Abenteuer und wir sind gewillt auch im Jahr 2016 den Rennsteig zu kapern. Natürlich hoffen wir, dass im nächsten Jahr unsere Crew verstärkt sein wird und einige Leichtmatrosen die seichten Gewässer verlassen, um mit uns in das offene Meer zu segeln und große Abenteuer zu erleben.
Bis dahin wünschen wir euch alles Gute und verabschieden uns mit einem kräftigen:
Hei, hei, hei, ho, der Rennsteiglauf.
Hei, hei, hei, ho, wir sind gut drauf.
Hei, hei, hei, ho, im nächsten Jahr,
sind wir alle wieder da.
@ krischwa
