Die Geschichte zieht Legenden den Menschen vor, sie zieht den Adel der Brutalität vor, pathetische Reden den uneigennützigen Taten, die Geschichte gedenkt den Schlachten aber nicht des Blutvergießens, wie dem auch sei, sie gedenkt uns den stillen Helden von Mozart 100.
Der Ultralaufsport genießt in der ASV Salzburg LA zunehmenden Stellenwert. Während die einen dies als letztes Aufbegehren abgewrackter und ausgebrannter Laufoldies- kurzum Wapplerei bezeichnen, sehen andere eine einmalige Chance aufflammen die Fahnen des Vereins hochzuhalten und als Helden in die lokale Laufgeschichte einzugehen. Man hat mich dazu auserkoren einen epischen Bericht über die Suche nach dem heiligen Laufschuh zu verfassen. Zur Abwechslung der sonstigen Ergebnisauflistungen, hier also nun ein besonders glorreicher, ruhmreicher, adeliger und wie verlangt epischer Laufbericht.
Im Jahre 2014 nach Christus hatten einige wackere Recken des Königsreichs ASV Salisburgo eine göttliche Eingebung bei Met und Wurzelgemüse in der Schank von Wirtin Isolde. Als Rädelsführer tat sich dabei besonders Lord Christianus von Mlinar hervor. Ein Spezialist auf der Suche nach dem heiligen Laufschuh der bisher immer knapp vor der Erleuchtung scheiterte. Umso heftiger brannte das Feuer in der Brust eine neue Reise zu unternehmen. Am selben Tisch, dem Met zusprechend, Baron Antonius von Mülln und Bräu, ein besonders standhafter Recke der alten Schule. Ebenfalls in vielen Schlachten geprüft und bereit die gefährliche Reise zu unternehmen. Nicht abgeneigt die edeln Herrschaften zu begleiten, zeigte sich der eben erst in den Adelstand erhobene Lord Andrew Miller. Da noch ein weiterer Ritter benötigt wurde, schickte man einige Tauben zu wichtigen Verbündeten aus. Einerseits zu dem französischen Laufhelden Gerard de Lettnér welcher sich gerade von einer Verletzung erholte und seine ritterlichen Pflichten kurz davor wieder aufgenommen hatte. Andererseits weit in den Norden, zu einem Tri- Abtrünnigen namens Jarl Jorgen Stefke. Da sich beide sich für eine Teilnahme am Kreuzzug begeistern konnten, entschied sich Antonius von Mülln selbständig die beschwerliche Reise auf sich zu nehmen. Aufgrund geschickter taktischer Manöver konnte er jedoch die Strecke auf 55 km verkürzen. Nachdem die Teilnahme zumindest inoffiziell geklärt war, musste noch die Freigabe von Kaiser Franz Josef sowie von König Rudolf I. erbeten werden. Die Staatskasse ließ eine Teilnahme offenbar zu. Somit konnte endgültig mit den Vorbereitungen begonnen werden. Wichtig dabei war die taktische Ausrichtung, um die Strecke schnellstmöglich zu bewältigen und somit allen Feinden ein Schnippchen zu schlagen. Neben vielen Einzelkämpfern zum Teil aus dem Morgenland, rotteten sich auch andere Königreiche wie beispielsweise die Herrschaften von und zu Trumer zusammen um uns den heiligen Laufschuh streitig zu machen. Lord von Mlinar versuchte deshalb seine taktischen Kenntnisse bestmöglich in Anschlag zu bringen. Hier also nun die Aufstellung. Den Beginn sollte Marquis Gerard von Lettnér machen. Auf ihn warteten 29 km, welche gespickt mit Anstiegen, gefährlichen Wäldern, steilen Schluchten und wilden Kannibalen aufwarteten. Er bekam den Auftrag die morgenländischen Gegner mangels Verständigung zu verwirren, das Rennen schnell zu machen und für eine allgemeine Ermüdung zu sorgen. Mit unverständlichem französisch- englischem Kauderwelsch versuchte er sich als Staffelläufer kenntlich zu machen und so den Kalifen aus der Wüste einzuschüchtern. Diese nahm die Herausforderung eines Duells jedoch an und mussste dafür später büßen. Auch die restlichen Einzelläufer unterschätzen die Stärke, Wendigkeit und Edelmütigkeit unseres tapferen Reckens.
Zudem wurde auf die innerliche Wut vom Franzosen gesetzt, der vor wenigen Jahren in ein Labyrinth gelockt wurde und sich verirrte. In der Gemeinde Hof wechselte Gerard bereits 2 min in Führung liegend auf Sir Andrew Miller. Er wies seinen Nachfolger an, möglichst viel Druck zu machen und keinesfalls ein Wiederaufbäumen der Gegner zuzulassen. Andrew presste die 17 km in das Königreich Salibsburgo runter und rannte mit purer Angst ein gutes Rennen. Auch wenn er den Teufelsberg gehend bewältigte gelang es ihm den Vorsprung auf 7 min auszubauen. Nun übergab er die Verantwortung an Christianus von Mlinar. Dieser musste 30 km in das entfernte Herzogtum Fuschl vordringen. Unterstützung erhielt er dabei zunächst vom Schweizer Landsknecht Steffen de Zeyer der die Gelegenheit für eine kleine Tempolaufeinheit nutzte und fürstlich entlohnt wurde. In der Zwischenzeit schickte Sir Andrew Miller eine elektronische Brieftaube zum isländischen Jarl Jorgen um ihn nochmals auf die Wichtigkeit der Mission hinzuweisen. Bereits einen großen Vorsprung herauslaufend konnte Christianus auf Jorgen übergeben. Dieser musste nun wieder 25 km nach Salisburgo zurücklegen und konnte letztendlich in 7:41:16,4 Monaten die beschwerliche Reise beenden. Künstler aus Italien, meißelten diesen Augenblick der Erfüllung unter anderem in Face Book. Dabei erreichten sie das Ziel als erste und bekamen als Belohnung eine güldene Medaille überreicht. Gleichzeitig mussten sie feststellen, dass der heilige Laufschuh nicht aus Materie besteht sondern tief im Herzen verankert ist. Was wurde nun aus Antonius von Mülln und Bräu?
Berichten zu Folge konnte er ebenfalls die 55 km zufrieden stellend in 5:25:10 beenden. Denn erhabensten Eindruck machte er aber auf der Siegertribüne als er mit einer Rede über Ruhm und Ehre bzw. dem Schwingen der Met- Flagge, die Menschenmassen in Ekstase versetzte.
Weiters im Auftrag von König Rudolf I, war übrigens auch Erzherzog Rudolf II der, mit einer kurzen Geheimmission beim City Trail beauftragt, den 3. Gesamtrang belegte.
Beim 25,8 km Lauf von Fuschl nach Salisburgo zeigte übrigens auch eine ASV Dame ihre Ultra Qualitäten. Die Kurfürstin Jutta Kotoy reiste nach ihrem Sieg beim Salzkristalllauf selbstbewusst an und bewältigte die schwierige Strecke in 2:41:45.
Resultate:
http://www.maxfuntiming.com/ergebnisliste.php?event_id=b64a70760bb75e3ecfd1ad86d8f10c88
Ein epischer, aber nicht ganz ernst gemeinter, Laufbericht über die Heldenhaftigkeit im Laufalltag. Hin und wieder ist diese Selbstbeweihräucherung auch notwendig. Es gibt sicherlich passendere Worte als jene eines bekannten Sportreporters bei dem ich- als Erster- am Kapuzinerberg vorbeilief: „Nicht Filmen, der ist bloß von der Staffel“
Wir gratulieren hiermit allen Teilnehmern zur Absolvierung des „Mozarts“.
A.H.
