Eigentlich wollte ich bei den Senioren Halleneuropameisterschaften im März in San  Sebastian starten. Nach erstmals durchgeführtem intensiven Hallentraining auf der Bahn war ich in guter Form und mit 2.09.14 min in Fürth im Zielbereich für einen vorderen Platz bei der EM. Das Training aber wozu intensiv und ein Überlastungsschaden (Morton Neurinom ) stoppte 2 Wochen vor der EM  meine Vorbereitungen. Es folgten zwei Monate Laufpause und anschließend lockeres Training. Eine dringend empfohlene Operation wollte ich vermeiden-das Ziel von Wettkämpfen 2013 noch ein Traum. Aber es ging langsam aufwärts und ich konnte einmal pro Woche auch schneller trainieren. Trainingszeiten über 300-600 m waren so einigermaßen, so dass ich mich entschloss doch zum geplanten zweiten Saisonhöhepunkt nach Turin zu fahren.
Eine ganze Stadt im Zeichen der world masters games-ein tolles Ambiente schon von der Anmeldung in einer riesigen Halle weg. Die LA- Bewerbe fanden im Nebiolo Stadion statt, welches für unsere Gewohnheiten sehr gut gefüllt war und man den Flair einer Großveranstaltung spüren konnte. Am 4. August standen am Nachmittag bei fast 40° die 800 m Vorläufe auf dem Programm. Die ersten zwei sowie weitere acht nach der Zeit sollten weiterkommen. 30 min vorher in den call room, Personalien prüfen und warten bis man von einem Offiziellen ins Stadion geführt wird. Ich kannte niemand und wollte nichts riskieren-lief also vorne weg, angefeuert von den tollen Zuschauern, 400 m in 62, 800 m in 2.11.87. Eigentlich alles viel zu schnell und nicht notwendig um ins Finale zu kommen, welches ich somit als Gesamtschnellster locker erreichte. Die Hoffnung auf einen Spitzenplatz im Finale bekam Nahrung. Der nächste Tag wieder heiß und schwül in der Stadt. Langes Warten und Nichtstun bis zum Start am Abend. Ich war übernervös und hoffte, dass sich meine ‚Puddingbeine‘ mit dem Startschuss lösen würden. Auf Bahn eins hatte ich meine Gegner alle im Blick und setzte mich wieder an die Spitze-400 m in 64 und wartete auf den Angriff. Dieser kam dann 200 m vor dem Ziel von zwei Athleten. Ich war plötzlich eingekesselt und der Schlussspurt reichte nur mehr zum Überholen des Einen – Rang zwei, Silbermedaille, aber es wäre vielleicht mehr möglich gewesen.
Die erste große internationale Veranstaltung war für mich ein tolles Erlebnis – perfekt organisiert im Stile einer Großveranstaltung und macht Lust auf mehr.
Schön wäre ein Kontakt zu den anderen österr. Teilnehmern gewesen, von denen ich  nur über die entry list erfahren hatte, aber nicht getroffen, da sich die Bewerbe ja über eine Woche verteilen. Sich alleine 2 Tage zu motivieren und taktisch  klug zu verhalten ist schwierig und könnte sicher verbessert werden. Der 2. Platz ist für mich super und zählt zu meinen größten sportlichen Erfolgen – die Zeit ist weniger gut, hätte ich mir doch  eine Zeit um 2.08  min erwartet – aber so sind Großereignisse – vielleicht dann  im September bei der österr masters in Rif.
Bericht: Holger Förster

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