„Eine Grenzüberschreitung?“- „Sicher !“ …aber scheinbar nur, um ein Bier im bayerischen Gasthof Schmuggler zu trinken.
Dieser Artikel soll keine Schleichwerbung für einen gastronomischen Betrieb jenseits der Stadtgrenze im Nachbarland werden.
Allein die Sprachlosigkeit des Autors und anderer Beobachter, ob der augenscheinlichen Leichtigkeit, wie Rudi Kranawitter sein Ziel nach 100 km auf dem Mozartplatz in Salzburg erreichte, verlangt nach solch abstrusen Vergleichen.
Was soll man denn machen,…was bleibt denn noch!
– Da sind all die um Jahrzehnte jüngeren geschlagenen „Gegner“ (das traut man sich eh fast nicht zu schreiben) bei all den Rennen, denen im Anschluss nur die Möglichkeit bleibt die Tränen zu trocknen und ihre Wunden zu lecken…
– „Marathon?“…eh nicht schlecht !!! – in unter drei Stunden von ihm gelaufen ist das gar keine soooo schlechte Veranstaltung, um in stimmigem Ambiente einen etwas schärferen Trainingslauf zu absolvieren!!!
– Und beim 6-Stundenlauf bekommt er auf dem kleinen Rundkurs vielleicht einen Drehwurm, mehr aber auch schon nicht.
– Der„Rennsteiglauf“!…“Lächerlich !!!“ – nur weil irgendjemand sagt, dieser Hügellauf in irgendeiner deutschen Provinz wäre ein Klassiker. Ha !! – 72 km, das ist ja nicht mal 3-stellig !!!
– Und jetzt also dieser Versuch: MOZART 100 !! Da haben die – im Übrigen äußerst motivierten – Veranstalter einen im wahrsten Sinne des Wortes klingenden Namen auf die Fahne der Veranstaltung geschrieben.
100 km sollten es also sein. Ein wahrer Ultralauf !..und dem nicht genug! Mit mehr als 2000 Höhenmetern !
Und man könnte sich jetzt in den 1000 Einzelheiten dieser Erlebnisse verlieren. Ja natürlich musste man extrem früh aufstehen, sehr früh sogar! Um 5 fiel ja schon der Startschuss für die überschaubare Schar derer, die diese 100 Kilometer im wahrsten Sinne des Wortes teilweise über Stock und Stein solo in Angriff nahmen. OK, man konnte eine Panoramastrecke genießen, die ihresgleichen sucht…aber sicher mussten viele oft kämpfen, an den bitteren, unzähligen Anstiegen und auch mit der zum Glück gnädigen, aber doch vorhandenen Hochsommer- Sonne.
Und immer war da diese mehr als ungnädige Distanz, die viele nicht auf einem Rad zurückzulegen vermögen.
Aber was bleibt letztlich für ein bescheidenes Fazit aus Autorensicht…nach 10 Stunden und 31 Minuten…????
Weil nein, da kam um kurz vor halb vier nachmittags kein gepeinigter Mann auf der anderen Seite der Salzach daher, um sich die letzten Meter ins Ziel zu schleppen…
Etwas erleichtert, in erster Linie aber begeistert und fröhlich und allenfalls bierdurstig könnte man Rudis Ausstrahlung in Kürze zusammenfassen, die sich da vergangenen Samstag seinen Empfängern und den Zuschauern darbot.
Daher…und ich wiederhole mich gerne, was bleibt da noch??
Hinter vorgehaltener Hand heißt es, es gäbe Vereinsmitglieder, die in Übersee das Territorium „badwater“ erkundet haben sollen. Insider wissen um den dort stattfindenden badwater- ultramarathon. Ob diese scouts im geheimen Auftrag des Obmanns gehandelt haben, brachten auch intensivste Recherchen bisher noch nicht ans Tageslicht.
Gelassen nahm es Rudi jedenfalls zur Kenntnis, dass seine Leistung, immerhin der 5. Gesamtplatz zu keiner weiteren Ehrung gelangte, im Gegensatz zu einigen anderen die an den zahlreichen doch ungleich leichteren Rahmenbewerben teilnahmen.
Das schreit jedenfalls nach neuen Zielen…!!!
Ach ja, apropos Ziel!
Wie gerade schon erwähnt, gab es ja Rahmenwettbewerbe, bei denen zahlreiche ASV- Läufer am Start waren…! So freuten Sich Christian Mlinar, Jürgen Stefke als Gastläufer, Gottfried Schlager und Steffen Zeyer auf ihren gemeinsamen 100er und Gerhard Lettner, Gerhard Keuschnig, Jutta Kotoy und Maria Morales auf die, nur auf den ersten Blick schon fast als Sprintstaffel anmutende 54 km lange Runde.
Völlig freiwillig und hoch motiviert war Christian dann neben Rudi bereits äußerst früh auf den Beinen um zeitgleich um 5.00 Uhr mit ihm die 100er Staffel ins Rennen zu bringen. Bravourös seine mit Anstiegen gespickten 30 km gelaufen, übergab er dem sich für die Mannschaft begeisternden Jürgen, der schon erste Erfahrungen mit der Tatsache machte, dass wie immer der Weg das Ziel ist! Seine gute Laune hat ihm das allerdings auch nicht nachhaltig verdorben, was ist schon so ein kleiner Umweg von gut 10 min!…Der Gottfried war dann, so wird berichtet, etwas nervös, zumal er seine Chancen schwinden sah, den bereits über eine Stunde vor ihm gewechselten Kenianer nochmals ernsthaft auf seinen 30 km am Berg fordern zu können.
Und wenn ich von Berg schreibe, muss man erwähnen, dass sich bereits kurz zuvor beziehungsweise zur gleichen Zeit in der um 8.00 Uhr mit Gerhard Lettner gestarteten 54km Staffel ein kleines Staffeldrama anbahnte…
Ok, zugegebener weise ist das nur die Sicht des Autors….und…na ja vielleicht auch die seiner wartenden Kollegen…
Am Wechselort Fuschl war man sehr verwundert als Gottfried gezeichnet, aber ebenfalls stark gelaufen, vor der bereits erwarteten 54er Staffel eintraf…
Und dann verbreitete sich die Botschaft wie ein Lauffeuer, dass Gerhard Lettner offensichtlich einer Finte irgendeiner gegnerischen Staffel aufgesessen sein musste…
(diese zugegebenermaßen wilde Spekulation bleibt für den Autor die einzige Erklärung für eine dermaßen ausgeprägte Motivation seines Handelns)
…In dem völlig unerschütterlichen Glauben, der beste Startläufer der 54er Staffel, bekäme ein Bergtrikot samt Geldprämie, Sonderpunkten, Zeitgutschrift sowie eine Megajause auf der Erentrudisalm jagte er in unvergleichlichem Laufstil die Glasenbachklamm hinauf…
Erst ein besänftigendes Gespräch mit einem ortskundigen Landwirt auf den Höhen irgendwo in den Salzburger Alpen, ließ es in ihm dämmern, dass er hinterrücks in eine Falle getappt war…
Zu spät, um dann noch in die Entscheidung eingreifen zu können.
In dem Wissen jedoch weiter für die Mannschaft zu kämpfen, ging es mit den letzten mobilisierten Kräften nach der fast verdoppelten Distanz zur Wechselstation an der Gerhard Keuschnig so lange vergeblich auf seinen Einsatz wartete.
Gewohnt gelassen und souverän meisterte der ASV-Hüne dann seinen Abschnitt nach Fuschl, wo er ohne sein immenses zeitliches Handicap eigentlich schon vor diversen T-Shirt und Bierbauchträgern erwartet worden wäre.
Inzwischen war Steffen für die 100er Staffel auch von dort gestartet, um eine Aufholjagd auf die bereits im Vorfeld gefürchteten Nußdorfer zu starten. Zu diesem späten Zeitpunkt war diese jedoch trotz eines beherzten Rennens bereits nahezu aussichtslos und blieb letztendlich auch unbelohnt.
Die Verfolgerstaffel konnte jedoch erfolgreich auf Distanz gehalten werden.
So war der 3. Gesamtplatz hinter den erfolgreichen Laufnationen der begnadeten Kenianer und den immer geselligen Nußdorfern der Dank nach einem 8 Stunden und 5 Minuten dauernden Rennen.
Ja und den zwei ASV- Damen Jutta und Maria blieb letztendlich die Möglichkeit diesen wunderbaren Lauf mit vollem Engagement zu genießen und das Wissen nur noch Zeit gewinnen zu können…und hier kam die verdiente Belohnung dann doch noch, man mag es kaum glauben. Platz zwei in der Mixed Wertung der 54 km Staffel und eine und eine beneidenswert große Bierration.
Ein grandioser Tag für alle, unvergessliche Momente, und Geschichten, die das Leben schreibt.
Doch noch ein Fazit?
Mir fehlen die Worte!
sz
Alle Ergebnisse und Eindrücke unter: www.mozart100.com/
